Reiseimpfungen mit spezieller Indikation:
Gelbfieber, Tollwut, Japanische Enzephalitis, Typhus, Meningokokken
Ursula Wiedermann1,*,
Herwig Kollaritsch2,**,
Andrea Grisold3,
Christoph Hatz4,
Ursula Hollenstein5,
Heidemarie Holzmann6,
Maria Kitchen7,
Ingomar Mutz8,
Florian Thalhammer9,
Angelika Wagner1,
Günter Weiss10 und
Christoph Wenisch11
1Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin, Medizinische Universität Wien,
Referenzzentrale für Impfungen, Reise- und Tropenmedizin des Ministeriums für Arbeit,
Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz;
2Zentrum für Reisemedizin, Wien;
3Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin, Medizinische Universität Graz;
4Swiss Tropical and Public Health Institute, Basel; Infektiologie und Spitalshygiene,
Kantonsspital, St. Gallen;
5traveldoc, Wien;
6Zentrum für Virologie, Medizinische Universität Wien;
7Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität
Innsbruck;
8FA für Kinderheilkunde, St. Marein im Mürztal;
9Klinische Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin, Universitätsklinik für
Innere Medizin I, Medizinische Universität Wien;
10Universitätsklinik für Innere Medizin II (Infektiologie, Immunologie,
Pneumologie, Rheumatologie), Medizinische Universität Innsbruck;
114. Medizinische Abteilung mit Infektiologie, SMZ Süd KFJ-Spital der Stadt Wien
* E-Mail
für Korrespondenz,
** E-Mail
für Korrespondenz
Unter Patronanz der Österreichischen Gesellschaft für Vakzinologie (ÖGVak).
In Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin
(ÖGIT) und der Österreichischen Gesellschaft für Tropenmedizin, Parasitologie und
Migrationsmedizin (ÖGTPM)
(Publikation in Kooperation mit Medical Dialogue GmbH)
Neue Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezüglich der Impfungen gegen Gelbfieber und gegen
Tollwut haben zu Diskussionen in Fachkreisen und in der Folge zu unterschiedlichen Vorgangsweisen in mehreren
europäischen Ländern geführt.
Um keine Verunsicherung bei Ärzteschaft wie auch Reisenden zu erzeugen, ist das Ziel dieses
Expertenstatements (erstellt von der Österreichischen Gesellschaft für Vakzinologie in Kooperation
mit der Referenzzentrale für Impfungen des Sozialministeriums [ISPTM, MedUniWien], der
Österreichischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin und der
Österreichischen Gesellschaft für Tropenmedizin, Parasitologie und Migrationsmedizin), eine
Harmonisierung der Impfempfehlungen auf der Basis der vorliegenden wissenschaftlichen Evidenz sowie von
fachlichen / theoretischen Überlegungen einheitlich für Österreich zu erarbeiten.
Abgesehen von den genannten zwei Impfungen gehören auch Impfungen gegen Japanische Enzephalitis, Typhus und
Meningokokken zu den Reiseimpfungen mit speziellen Indikationsstellungen, die ebenso immer wieder zu
unterschiedlichen Empfehlungen und Vorgangsweisen geführt haben.
Die in der Folge erarbeiteten Empfehlungen sollen daher als Ergänzung zu den im Österreichischen
Impfplan beschriebenen Reiseimpfungen verstanden werden.
1. Gelbfieber
1.1 Epidemiologie
Relativ rezente Ausbrüche von Gelbfieber („Yellow Fever“ – YF) in Angola
[1], Brasilien [2] und anderen südamerikanischen Ländern
zeigen, dass YF in Endemiegebieten nach wie vor ein Problem darstellt. Dazu kommt noch, dass die Inzidenz
humaner Gelbfieberfälle durch Impfaktionen im Land beeinflusst wird [3] und
somit das tatsächliche Risiko für Reisende nicht immer direkt von den Erkrankungszahlen der
Lokalbevölkerung abgeleitet werden kann.
Weiters wurden bei dem Ausbruch in Angola 2016 einige ungeimpfte chinesische Arbeiter angesteckt, was auf die
Gefahr hinweist, dass YF auf den asiatischen Kontinent übertragen werden könnte, der zwar zurzeit frei von
YF ist, wo es aber geeignete Vektoren in reicher Zahl gäbe [1].
Alleine in Südamerika sind zwischen August 2016 und August 2018 mindestens 13 ungeimpfte europäische
Reisende an Gelbfieber erkrankt, während es zwischen 1999 und August 2016 nur insgesamt sechs Fälle bei
Touristen in ganz Südamerika gab [4 – 6]. Dies zeigt eine
für die Reisemedizin gravierende Änderung der epidemiologischen Verhältnisse.
Die folgenden Abbildungen zeigen Karten zur Verbreitung von YF und zu den WHO-Impfempfehlungen für
Afrika (Abb. 1a) und Südamerika (Abb. 1b).
1.2 Impfstoffe
Der seit vielen Jahren verfügbare Impfstoff (Stamaril®) ist ein auf Hühnerembryonen
gezüchteter 17D-Lebendvirus-Impfstoff, der eine ausgezeichnete Immunantwort auslöst und in der
Regel kaum krankmachende Eigenschaften besitzt. Er kann ab dem vollendeten 9. Lebensmonat eingesetzt
werden (in Ausnahmefällen Zulassung ab dem 6. Lebensmonat).
Als Kontraindikationen gelten Hühnereiweißallergie, Dysfunktion der Thymusdrüse,
Myasthenia gravis sowie Fieber ≥ 38 °C, akute Erkrankungen, Immundefekte,
fortgeschrittene maligne Erkrankungen, Kinder unter sechs Monaten, HIV-Infektionen (uneingeschränkt bei
CD4+-Zellzahl > 500 / mm3; Nutzen-Risiko-Abwägung
bei CD4+-Zellzahl zwischen 200 und > 499 / mm3). Es
besteht allerdings eine strenge Indikationsstellung bei Personen > 60 a sowie
in der Schwangerschaft (siehe Nebenwirkungen). Da eine Übertragung des Impfvirusstamms von der
stillenden Mutter auf das Kind gezeigt wurde [8], soll die Impfung möglichst auch nicht
in der Stillperiode durchgeführt werden.
1.3 Nebenwirkungen
Trotz allgemein guter Verträglichkeit der Gelbfieberimpfung kann es selten, aber doch bei bestimmten
Personengruppen zum Auftreten schwerer Nebenwirkungen kommen. Diese Tatsache führte dazu, die
Impfindikation strenger zu stellen und auch die tatsächliche Schutzdauer zu hinterfragen.
Entsprechend präzisen Beschreibungen sind schwere viszerotrope (AVD) oder neurotrope (AND) Nebenwirkungen
nach Gelbfieberimpfung möglich. In einer Studie wurde die Inzidenz dieser Nebenwirkungen mit
0,8 / 100.000 (AND) bzw. 0,3 / 100.000 (AVD) berechnet.
Allerdings traten nahezu alle diese Nebenwirkungen nach Erstimpfung auf [9]. Laut CDC
gab es 14 schwere Nebenwirkungen (SAE) nach YF-Boosterungen [10, 11].
Von diesen 14 schienen jedoch nur fünf Patienten wirklich schwer krank zu sein, darunter ein Fall von
neurologischen und drei Fälle von viszeralen Erkrankungen. In Anbetracht der hohen Zahl von über
400 Millionen Dosen der Gelbfiebervakzine, die bislang verimpft wurden (davon allerdings nur ein relativ
kleiner Teil an Reisende) [11], scheint die Rate an „severe adverse events“
(SAE) nach YF-Booster extrem gering zu sein, wenngleich das genaue Verhältnis von SAE nach primärer
Impfung vs. Boosterung nicht bekannt ist.
1.4 Impfung
Mit 11. Juli 2016 hat die WHO den Beschluss gefasst, die Gültigkeitsdauer einer Gelbfieberimpfung
von „zehn Jahre“ auf „lebenslang“ anzuheben [12, 13].
Laut dem „Yellow Book 2018“ der US-amerikanischen „Centers for Disease Control and Prevention“
(CDC) werden einige Personengruppen bzw. Umstände definiert, bei denen von der einmaligen, lebenslang
gültigen Gelbfieberimpfung abgewichen werden sollte [7]:
- Personen, denen die Erstimpfung im Kleinkindesalter (< 2 Jahre) oder während einer
Schwangerschaft, unabhängig vom Schwangerschaftstrimester, verabreicht wurde, sollten vor einer
Reise in ein Risikogebiet eine weitere Impfung erhalten.
- Wenn die Gelbfieberimpfung gleichzeitig mit einer weiteren Lebendimpfung wie MMR gegeben wird,
kann dies die Dauer des Impfschutzes verringern, und eine Gelbfieberimpfung sollte (wie bis
dato) nach zehn Jahren erneut gegeben werden.
- Ebenso sollten Empfänger einer hämatologischen Stammzelltransplantation (HSCT), die vor
der HSCT eine Gelbfieberimpfung erhalten haben, nach der HSCT – sobald sie ausreichend
immunkompetent sind (Mindestabstand zwei Jahre) – eine weitere Gelbfieberimpfung
bekommen, sofern sie in Risikogebiete fahren.
- HIV-infizierte Personen sollen alle zehn Jahre erneut geimpft werden (eventuell auch in kürzeren
Intervallen), sofern sie ein Gelbfieberrisiko haben.
- Schließlich sollte auch bei Laborpersonal, das mit Wildtyp-Gelbfiebervirus zu tun hat,
alle zehn Jahre ein Antikörperstatus (NT IgG) gemacht und falls nötig aufgefrischt
werden.
- Reisende, die planen, eine längere Zeit in einem Endemiegebiet zu verbringen oder in besonders
hochendemische Gebiete wie das ländliche Westafrika zu fahren (insbesondere während der
Jahreszeit mit den höchsten Übertragungsraten) oder sich in einem Ausbruchsgebiet
aufzuhalten, sollten mit einer weiteren Impfung aufgefrischt werden.
Letztere Empfehlung des Yellow Book scheint auf den ersten Blick im Gegensatz zur oben beschriebenen WHO-Empfehlung zu
stehen. Allerdings muss in Erinnerung behalten werden, dass die WHO-Empfehlungen primär Menschen in
Endemiegebieten betreffen und nicht Reisende, die eine verhältnismäßig kleine
Risikoklientel darstellen.
Darüber hinaus gibt es für die lebenslange Schutzwirkung der Gelbfieberimpfung nach
einer einzelnen Impfdosis bei Reisenden aus Nicht-Endemiegebieten keine belastbaren Daten, wie auch
jüngst eine detaillierte Recherche des kanadischen CATMAT belegt [14]. Die meisten
Teilnehmer an den Studien zu diesem Thema stammten entweder aus Endemiegebieten oder hatten lang dort
gelebt, so dass eine Boosterung der Impfantwort durch natürliche Exposition nicht auszuschließen ist.
Auch die Analysemethoden, mit denen die Immunantwort nach Gelbfieberimpfung gemessen wurde, waren
unterschiedlich.
Eine Studie von Niedrig et al. zeigte, dass nach 17D-Gelbfieberimpfung in den Jahren 2 bis 10
bereits 18,5 % der Probanden (dies waren Personen, die sich zum Teil länger in
Endemiegebieten aufgehalten hatten) im Neutralisationstest nicht mehr schützende Titer von
≥ 1 : 10 aufwiesen; nach 11 bis 38 Jahren waren es 25,5 %
[15]. Ob diese serologischen Ergebnisse als unmittelbarer Anhaltspunkt für den
Schutz herangezogen werden können, ist unklar.
Eine weitere rezente Studie zeigt nun sehr deutlich, dass bei gesunden Reisenden, die vor mehr als zehn Jahren
(Bereich zwischen 10 und 53 Jahren; im Mittel 15 Jahre) gegen Gelbfieber geimpft wurden, nur mehr
82 % im PRNT („Plaque Reduction Neutralization Test“) positiv und somit sicher
geschützt waren [16].
Dokumentierte Impfversager nach Gelbfieberimpfung sind hingegen bisher ausnahmslos innerhalb der
Zehn-Jahres-Frist nach der Impfung beobachtet worden und nicht erst später, wie die WHO bereits festgestellt
hat [13]. Diese Daten deuten auf ein primäres Versagen des Angehens der Impfung hin,
ein Phänomen, das bei allen Lebendimpfungen vorkommen kann [17].
In einer brasilianischen Studie zeigte sich die Abnahme der Seroprotektionsrate von 93 %
ein Jahr nach Gelbfieberimpfung auf bis zu 76 % nach zehn bis elf Jahren [18].
Die Rate an Impfversagern könnte unterschätzt werden – so zeigten sich in einer Analyse der
zwischen 1973 und 2008 in Brasilien aufgetretenen YF-Fälle, dass 52 % der Erkrankten
gegen Gelbfieber geimpft waren, allerdings in einem zeitlichen Abstand von mehr als zehn Jahren (nur
3 % der Erkrankten waren innerhalb der letzten zehn Jahre geimpft worden) [19].
Überdies besteht hier die Unsicherheit der korrekten Impfstofflagerung und -applikation im Rahmen einer
Serienimpfung.
Für eine adäquate Immunantwort nach Kontakt mit dem YF-Virus ist auch eine
T-Zell-Reaktion erforderlich, die nur durch repetitive Stimulation zustande kommt; dies mag –
wie bereits erwähnt – in Endemiegebieten gegeben sein, nicht jedoch bei Reisenden aus
Nicht-Endemiegebieten. Zudem dürfte die YF-Inkubationszeit von nur drei Tagen zu kurz sein, um
rechtzeitig eine ausreichende T-Zell-Reaktion zustandezubringen [20].
Somit liegen zusammenfassend keine klaren Daten bei großen Kollektiven – vor allem aber bei Reisenden
– vor, die generell eine lebenslange Schutzwirkung der Gelbfieberimpfung untermauern würden
[14].
Neben den medizinischen / immunologischen Überlegungen zur Validität einer einmaligen,
lebenslang geltenden Gelbfieberimpfung können auch logistische Probleme bei der Einreise in das
Zielland auftreten, da noch längst nicht alle Staaten (vor allem in Afrika) die neue Regelung akzeptieren.
Einreiseprobleme können daher auftreten, wenn die Gelbfieberimpfung mehr als zehn Jahre
zurückliegt und vor Einreise keine Auffrischung verabreicht wurde (es empfiehlt sich eine Anfrage in
der zuständigen Botschaft).
1.5 Empfehlungen
- Personen, die bereits eine Gelbfieberimpfung erhalten haben, sollten nach Ablauf von zehn Jahren erneut
eine Impfung erhalten, sofern sie eine Reise in ein rezent aktives Endemiegebiet planen. Die Definition
dieser Gebiete ist den jeweils aktuellen Karten (z. B. der WHO) zu entnehmen
(s. Punkt 1.1). Dies gilt in besonderem Maß für:
- Personen, die zeitgleich mit der Gelbfieberimpfung eine Lebendimpfung erhalten haben
- Kinder, die vor dem zweiten Geburtstag erstmalig geimpft wurden
- Frauen, die während der Schwangerschaft geimpft wurden
- HIV-Infizierte (cave CD4+-Zellzahl)
- Personen nach Stammzelltransplantation, sofern seit der Transplantation mehr als zwei Jahre
verstrichen sind und der Patient immunologisch unauffällig ist
- Personen, die nach Gelbfieberimpfung eine starke immunsuppressive Therapie erhalten haben
und sich wieder in einem immunkompetenten Zustand befinden
- Personen, die unter geringgradiger Immunsuppression (z. B.
Kortisontherapie) geimpft wurden
- Personen, die noch keine Impfung erhalten haben, werden im Einklang mit den WHO-Empfehlungen zunächst
einmal gegen Gelbfieber geimpft. Da die Datenlage für eine nur einmalige Impfung nach dem WHO-Schema
derzeit relativ gering ist, sollte bei dieser Gruppe das weitere Vorgehen erst zehn Jahre nach der
Erstimpfung entschieden werden, da vermutlich zu diesem Zeitpunkt bereits mehr Langzeitdaten
vorliegen werden.
- Darüber hinaus kann als Entscheidungshilfe, ob eine Boosterung erfolgen soll, ein
Neutralisationstest (NT) angeboten werden; dies vor allem bei Personen mit fraglichem Impferfolg
infolge möglicher (geringgradiger) Immunsuppression oder entsprechender Umstände (siehe
oben).
- Bei unklaren Einreisevorschriften (kann an der jeweiligen Botschaft erfragt werden) kann eine erneute
Impfung nach zehn Jahren empfehlenswert sein.
- Eine erneute Impfung nach zehn Jahren ist bei jenen Personen, die diese Impfung nur aus formalen Gründen
(Einreisebestimmungen in Länder ohne Gelbfieberrisiko, Kreuzfahrten etc.) erhalten haben,
nicht vorgesehen.
2. Tollwut
2.1 Epidemiologie
In Westeuropa konnte die Tollwut durch groß angelegte Impfaktionen für Füchse weitgehend zurückgedrängt
werden. Österreich (und ganz Westeuropa) wurde 2008 von der WHO für tollwutfrei erklärt. Dies gilt jedoch
nicht für Ost und Südosteuropa, und es gilt nur für die sogenannte klassische oder terrestrische
Tollwut, die in Europa in erster Linie von Füchsen übertragen wurde. Die großen Problemareale der
Tollwut liegen in Asien, Afrika und Teilen von Südamerika (siehe Abb. 2).
Daneben gibt es jedoch auch die Fledermaus-Tollwut, die in Westeuropa vereinzelt noch vorkommen kann, vor allem
aber in Afrika und Südamerika auftritt.
Epidemiologisch gibt es zwei Formen der terrestrischen Tollwut:
- die sogenannte sylvatische Wut mit dem primären Zyklus Fuchs zu Fuchs, wobei andere Tiere oder auch
der Mensch nur selten angesteckt werden, und
- die urbane Wut mit dem primären Zyklus Haushund zu Haushund, bei dem es viel häufiger zu
menschlichen Ansteckungen kommt, wenn der Mensch in engem Kontakt mit dem domestizierten Tier lebt.
Dieser Typ ist vor allem in ressourcenarmen Ländern vorherrschend.
Weltweit sterben jährlich mindestens 50.000 Menschen an Tollwut [22]. In großen
Teilen Afrikas, Lateinamerikas und Asiens ist das Ansteckungsrisiko dementsprechend hoch
[23].
2.2 Impfstoffe
Von den modernen Gewebekulturimpfstoffen ist derzeit nur Rabipur® in Österreich
zugelassen. Andere Impfstoffe wie Imovax rabies® Human-Diploid-Cell-Vaccine oder
Tollwut-Impfstoff Mérieux® können allenfalls über die internationale Apotheke
bestellt werden (z. B. bei besonderen Indikationen, wie Hühnereiweißallergie,
kann auf einen humanen Diploidzell-Impfstoff zurückgegriffen werden).
Bei Rabipur® handelt es sich um ein auf Hühner-Embryonalzellen gezüchtetes,
inaktiviertes Tollwut-Virus (Stamm Flury LEP), das Spuren von Antibiotika enthält.
Die Impfung kann bei Kindern jeden Alters und Erwachsenen verwendet werden. Sie wird laut Zulassung i.m. in den
M. deltoideus (bei Kindern unter zwei Jahren anterolateral in den Oberschenkel) appliziert und
soll nicht intragluteal, intravasal oder subkutan verabreicht werden. Eine intradermale
Applikation ist jedoch zulässig, siehe unten.
2.3 Impfschemata
Die Zulassung von Rabipur® umfasst folgende präexpositionelle Schemata zur
intramuskulären Anwendung:
Tag 0 – 7 – 21/ 28 oder ein
Kurzschema: Tag 0 – 3 – 7.
Seit 2017 empfiehlt die WHO [24] für die präexpositionelle Impfung nur noch zwei
Teilimpfungen. Diese werden an den Tagen 0 und 7 verabreicht. Dazu existiert erst eine einzige Publikation
[25] (zu Details aus dieser Studie siehe weiter unten). Darüber hinaus ist laut WHO die
intramuskuläre mit der intradermalen Applikation in der Wirksamkeit vergleichbar (Letztere hat den
Vorteil des geringeren Impfstoffverbrauchs). Eine intradermale Dosis entspricht 0,1 ml (max.
0,2 ml), eine intramuskuläre Dosis 1,0 ml (d. h. einer ganzen Ampulle
Impfstoff). Werden für die intradermale Applikation 0,1 ml gewählt, dann müssen pro
Impftermin je zwei simultane Applikationen stattfinden [25] (als Alternative können
pro Termin 1 x 0,2 verabreicht werden, was jedoch in der angegebenen Studie nicht untersucht
wurde). Bei Personen mit Immundefizienz sollte eine dreimalige intradermale (oder i. m.)
Applikation stattfinden (0 – 7 – 21/ 28)
[22].
Obwohl dieses Schema in erster Linie für ressourcenarme Länder entwickelt wurde, um Impfstoff so
ökonomisch wie möglich einzusetzen, wird es von der WHO ausdrücklich auch für Reisende
empfohlen. In Anbetracht entsprechender Studien [25] und der Tatsache, dass bei
entsprechender Exposition in jedem Fall erneut zwei Impfungen durchgeführt werden müssen,
lässt sich ein reduziertes präexpositionelles intradermales Impfschema sicherlich
rechtfertigen.
Soentjens et al. verglichen in einer Studie mit 500 gesunden Erwachsenen ein Zwei-Dosen-Schema mit
einem Drei-Dosen-Schema der Tollwutimpfung [25]. Die Probanden erhielten entweder jeweils
zwei i.d. Dosen von 0,1 ml Impfstoff an den Tagen 0 und 7 oder das damalige Standardschema mit einer
Dosis von 0,1 ml i.d. an den Tagen 0, 7 und 28. Es handelte sich um eine
Nichtunterlegenheits-(„Non-Inferiority“)-Studie. Ein bis drei Jahre nach der
Grundimmunisierung erhielten die Teilnehmer eine Boosterdosis von einmal 0,1 ml i.d., um die
Boosterbarkeit zu testen. Der primäre Endpunkt bestand im Prozentsatz jener Personen, die sieben
Tage nach der Boosterung einen adäquaten Antikörperspiegel von
> 0,5 IU / ml aufwiesen. Der primäre Sicherheitsendpunkt war
definiert als die Rate der Personen, die nach Grundimmunisierung oder Boosterung unerwünschte
Reaktionen entwickelten [25]. Alle Teilnehmer in beiden Gruppen erreichten den primären
Endpunkt eines adäquaten Antikörperspiegels. Allerdings hatten die Teilnehmer, die zweimal
mit der Doppeldosis geimpft wurden, ein signifikant höheres geometrisches Mittel von
37 IU / ml im Vergleich zur anderen Gruppe, die ein geometrisches Mittel von
25 IU / ml erreichte (p < 0,001). Insgesamt traten drei schwere
Nebenwirkungen auf, eine nach der Grundimmunisierung, zwei nach der Boosterung. Lokalreaktionen an
der Injektionsstelle kamen tendenziell unter dem Drei-Dosen-Schema häufiger vor als unter dem
Zwei-Dosen-Schema, waren jedoch zumeist leicht und vorübergehend [25].
2.4 Kontraindikationen und Nebenwirkungen
Als Kontraindikationen für die präexpositionelle Gabe gelten schwere Überempfindlichkeit gegenüber
Impfstoffbestandteilen und schwere fiebrige Erkrankungen. Bei klinisch manifester und schwerer
Hühnereiweißallergie sollte präexpositionell ein nicht auf Hühnereibasis
produzierter Impfstoff bevorzugt werden (z. B. ein auf Verozellen / humanen
diploiden Zellen hergestellter Impfstoff).
Für die postexpositionelle Prophylaxe wird aufgrund des letalen Verlaufs der Erkrankung auf keine
Kontraindikationen eingegangen.
An Nebenwirkungen sind möglich: lokale Schmerzen und Verhärtungen an der Stichstelle, Fieber,
Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Hautreaktionen (Überempfindlichkeit bis Schock),
angstbedingte Reaktionen, Myalgie, Arthralgie, gastrointestinale Störungen, sehr selten
Enzephalitis oder Guillain-Barré-Syndrom.
2.5 Ziele der Tollwutimpfstrategie
Tabelle 1 zeigt die Ziele, die mit einer Tollwutimpfung erreicht werden müssen.
Von diesen Punkten ist die – möglichst lebenslange – Boosterbarkeit und damit der sichere
Schutz nach Auffrischungsimpfung im Fall einer Exposition zweifellos der wichtigste.
Bezüglich der Boosterbarkeit nach längerer Zeit ist auf die Studien von Suwansrinon
et al. [26] und Khawplod et al. [27] zu
verweisen. Sie untersuchten prospektiv Personen, die eine prä- oder postexpositionelle
Rabiesimpfung mit Gewebekultur-Impfstoffen i.d. oder i.m. erhalten hatten. Die Impfungen lagen fünf bis
21 Jahre zurück. Zu Beginn der Studie waren bei allen Probanden messbare Spiegel neutralisierender
Antikörper vorhanden. Sie erhielten dann einen Booster von 0,1 ml Impfstoff i.d. an den Tagen 0
und 3. Neutralisierende Antikörper wurden an den Tagen 5, 7 und 14 bestimmt. Alle bis auf einen
Probanden zeigten eine beschleunigte Antikörperantwort nach den beiden Boostern. Im Mai 2018 erschien
ein systematischer Review zur Boosterbarkeit nach Tollwutimpfung [28], der
36 Studien inkludierte, von denen 19 für eine Metaanalyse geeignet waren. Die Antikörperspiegel
nach primärer Impfung mit einem i.d. Schema waren niedriger als nach i.m. Applikation, in beiden Fällen
war jedoch auch nach langer Zeit eine adäquate Boosterbarkeit gegeben.
Es gibt auch Daten – allerdings aus kleineren Studien mit einem nicht sehr breiten Altersspektrum (cave
Primärimmunisierung bei Personen > 60 Jahre!) –, die zeigen, dass eine
einzige Tollwutimpfung (eine Injektion i.m. oder zwei simultane Injektionen i.d.) genügt, um durch
einen Booster nach einem Jahr eine robuste Immunantwort zu erzielen
[29, 30].
Das Schweizerische Expertenkomitee für Reisemedizin hat eine gegenüber der WHO-Empfehlung etwas
modifizierte Impfempfehlung abgegeben [31]. Demnach sollen für die
Grundimmunisierung zwei Impfungen im Abstand von ≤ 28 Tagen (mindestens jedoch im Abstand von
7 Tagen) gegeben werden. Dabei gilt: Je näher das Intervall an die idealen 28 Tage kommt, desto
höher dürfte der resultierende Antikörperspiegel sein. Die i.m. Applikationsroute wird
der intradermalen vorgezogen.
Bei immunkompromittierten Personen wird explizit das bisherige Standardschema mit Impfungen an den Tagen
0 – 7 – (21 / 28) empfohlen.
Nach einem Jahr oder später – d. h. vor einer Reise in ein Gebiet mit schlechter
Gesundheitsversorgung – wird vom Schweizerischen Expertenkomitee eine präexpositionelle
Auffrischung empfohlen, die in den WHO-Empfehlungen nicht enthalten ist, jedoch aus immunologischer Sicht
(Boosterung) plausibel erscheint.
2.6 Empfehlungen
- Die prinzipielle Empfehlung der zugelassenen präexpositionellen Tollwutimpfschemata an
den Tagen 0 – 7 – 21 oder
0 – 3 – 7 bleibt weiterhin aufrecht.
- Für die präexpositionelle Tollwutprophylaxe bei Reisenden können alternativ
gemäß der WHO-Empfehlung zwei Impfungen an den Tagen 0 – 7 oder
0 – 28 (Beobachtungen zeigen, dass ein größeres Intervall zu höheren
Titern führt) empfohlen werden und eine Auffrischung nach einem Jahr bzw. vor möglicher
Exposition (Begründung: immunologische Überlegungen, um langlebige Plasma- und Memory-Zellen
zu erhalten) [27].
- Als primäre Applikationsroute wird die intramuskuläre Verabreichung empfohlen. Eine
intradermale Verabreichung ist alternativ möglich und gleichwertig (und hat den Vorteil,
Impfstoff zu sparen, was bei Versorgungsengpässen günstig erscheint). Eine weitere
Auffrischung nach spätestens zehn Jahren, um die lebenslange Boosterbarkeit
aufrechtzuerhalten, erscheint immunologisch (und in Anlehnung an die Erfahrung mit anderen
Proteinimpfstoffen) plausibel, ist jedoch nicht evidenzbasiert.
3. Japanische Enzephalitis
3.1 Epidemiologie
Die Japanische Enzephalitis (JE) gehört zu den häufigsten viralen Erkrankungen in Asien (China,
indischer Subkontinent und Südostasien) mit jährlich etwa 50.000 Erkrankungen, davon ca. 15.000
mit tödlichem Ausgang. Während die Fallzahlen in Ländern wie China, Korea oder Japan infolge
lokaler Impfprogramme deutlich zurückgegangen sind, kann man in den letzten Jahren einen
deutlichen Anstieg von JE in den Bevölkerungen von Bangladesch, Myanmar, Nepal, Thailand, Vietnam und
Indonesien verzeichnen (siehe Abb. 3); dabei liegt die Seroprävalenz in den
Hochendemiezonen über 20 %.
Für Reisende aus Nichtendemiegebieten ist das Erkrankungsrisiko mit dem JE-Virus allerdings
generell als niedrig einzustufen. So wurden in einem Review zu den zwischen 1973 und 2008 publizierten Studien in
36 Jahren nur 55 Fälle bei Reisenden aus 17 Ländern gefunden [32].
60 % dieser Fälle waren Touristen (oder „Visiting Friends and Relatives“),
16 % waren Auswanderer („expatriates“ oder kurz „expats“),
11 % Soldaten, bei 13 % war der Zweck der Reise unklar. Von den
29 Reisenden, für die Impfdaten zur Verfügung standen, war kein Einziger gegen JE geimpft. Die
häufigsten Ansteckungsorte waren Thailand, Indonesien, China und die Philippinen.
3.2 Impfstoffe
Der in Europa ab dem 3. Lebensmonat zugelassene und in Österreich verfügbare Impfstoff ist ein mit
Aluminium adjuvierter Ganzvirus-Totimpfstoff (Ixiaro®), der den in Verozellen gezüchteten
JE-Virusstamm SA14-14-2 (Genotyp III) enthält. Die früher verwendeten (aber nicht in
Europa zugelassenen) JE-Impfstoffe, bei denen das Virus auf Mäusehirnen angezüchtet wurde, sind
nicht mehr erhältlich.
3.3 Kontraindikationen und Nebenwirkungen
Kontraindikationen sind hohes Fieber und Unverträglichkeiten von Impfstoffbestandteilen. Nur nach
sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung sollte eine Impfung während der Gravidität oder in der
Stillzeit durchgeführt werden (da hierzu keine Daten verfügbar sind).
An Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Myalgie, gastrointestinale Störungen und
Hautveränderungen / lokale Reaktionen zu nennen.
3.4 Impfschema
Das Standardimpfschema mit dem zugelassenen JE-Impfstoff, das sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern (ab
zwei Monaten) angewandt werden kann, besteht aus zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen und einer
Auffrischungsdosis nach zwölf bis 24 Monaten. Nach Boosterung besteht eine Seroprotektionsrate
von nahezu 100 %. Zugelassen ist auch ein Kurzschema (0 – 7),
das aber zur Zeit nur bei Erwachsenen angewandt werden kann, da die Studien nur Personen zwischen 18 und 65
Jahren eingeschlossen hatten. Die Studien zeigten die Gleichwertigkeit zwischen Kurzschema
(0 – 7) und Langschema (0 – 28)
[33]. Die Antikörperspiegel nach einem Jahr entsprachen nach dem Kurzschema
jenen des 0 – 28-Regimes [34]. Versuche, nur eine Dosis
oder eine doppelte Dosis auf einmal zu verabreichen, führten hingegen nicht zu akzeptablen
Serokonversionsraten. Diese lagen bei einmaliger Verimpfung einer doppelten Dosis, jeweils am
Tag 56 nach Impfung, bei 41 %, bei einer einmaligen, einfachen Dosis bei
26 % [35]. Allerdings lag die Serokonversionsrate bei Patienten,
die zunächst nur eine (einfache oder doppelte) Impfdosis erhalten hatten, bei fast 100 %,
wenn sie im Monat 11 oder 23 geboostert wurden [36]. Ein Jahr nach einem Booster zu
Monat 11 (d. h. zu Monat 24) lag die Seroprotektionsrate noch bei
88 % [36]. Daher sollte vorzugsweise von den beiden zugelassenen
Schemata nicht abgegangen werden.
Nach der empfohlenen Auffrischungsimpfung (nach ein bzw. zwei Jahren) ist laut Fachinformation mit
einem Schutz für zehn Jahre zu rechnen. In einer österreichischdeutschen Studie wurde mittels eines
mathematischen Modells eine Schutzdauer von ca. 14 Jahren nach dem Booster errechnet
[37]. Personen, die mit dem früher verwendeten, aus Maushirn gewonnenen Impfstoff
(JE-MB) eine vollständige Grundimmunisierung erhalten haben, können mit JE-VC problemlos
aufgefrischt werden [38 – 40]. Die mit JE-MB
grundimmunisierten und mit JE-VC geboosterten Personen waren zwei Jahre danach nicht nur gegen den
JE-Impfstamm geschützt; die Seroprotektionsraten gegen Stämme der Genotypen I bis IV lagen
zwischen 89 % und 100 % (gegen Genotyp V wurde nicht getestet)
[40].
3.5 Empfehlungen
- Ein konsequenter Mückenschutz (Abend- und frühe Nachtstunden) mit Repellenzien
und Insektizid-behandelten Kleidern ist wichtig.
- Die zugelassenen Impfschemata gegen Japanische Enzephalitis sollten verwendet werden.
- Ist eine Grundimmunisierung nicht abgeschlossen (d. h. nur eine Impfung), so sollte
mit der Grundimmunisierung neu begonnen werden. Sind jedoch bereits zwei Impfungen verabreicht
worden, sollte eine dritte Impfung auch nach längerem Intervall (bis zu 10 Jahre)
möglich sein (entsprechende Studien dazu fehlen aber).
- Nach Grundimmunisierung und einer Boosterung nach zwölf bis 24 Monaten
(0 – 28 – 365) ist von einer Impfschutzdauer von
(mindestens) zehn Jahren auszugehen.
- Eine Grundimmunisierung bei Personen > 60 Jahren führt zu deutlich
niedrigeren Antiköperspiegeln und einem höheren Prozentsatz von Nonrespondern
(47 %) als bei jüngeren Personen [41]. Ein
zusätzlicher konsequenter Mückenschutz ist daher bei älteren Personen besonders
wichtig. Eine Auffrischung nach einem Jahr ist bei diesen Personen unbedingt anzuraten
[41].
4. Typhus
4.1 Epidemiologie
Die Datenlage zur weltweiten Typhusinzidenz ist (besonders auf dem afrikanischen Kontinent) sehr inkomplett,
und daher lassen sich nur schwer gesicherte Aussagen treffen [42].
Dennoch kann weltweit eine kontinuierliche Abnahme der gemeldeten Typhusfälle verzeichnet werden, und
zwar sowohl bei der absoluten Zahl der Fälle als auch relativ zur Bevölkerungszahl [43].
Die Inzidenz korreliert eng mit dem Zugang zu sauberem Wasser [42].
Der Großteil der Fälle (ca. 60 %) tritt bei Kindern und Jugendlichen unter
15 Jahren auf. Die „Case Fatality Rate“ in Endemiegebieten liegt bei
2,8 % der hospitalisierten Patienten.
Eine Schweizer Studie zeigte eine deutliche Abnahme der Typhusfälle bei Reisenden zwischen 1993 und
2004, wobei das Risiko auf dem indischen Subkontinent am höchsten war [44].
„Visiting Friends and Relatives“ haben im Vergleich zu anderen Reisenden ein etwa zehnmal so hohes
Risiko, Typhus zu importieren [45].
In Österreich betrug die Zahl der importierten Typhusfälle zwischen 2007 und 2017 rund zehn pro
Jahr, der Großteil davon aus Südasien (die Herkunft wurde allerdings erst ab 2011 im elektronischen
Meldeverzeichnis dokumentiert). In dieser Periode trat in Österreich kein Typhus-Todesfall auf
[46].
Abb. 4 zeigt eine aktuelle Verbreitungskarte.
4.2 Impfstoffe
Oraler Lebendimpfstoff
Der orale Typhus-Lebendimpfstoff enthält Galaktose-Epimerase-defiziente Salmonella typhi 21a und
erzeugt vor allem eine lokale Immunität im Darm. Das Impfschema lautet: je eine Gabe an den Tagen 1, 3
und 5 (in den USA ist eine vierte Gabe vorgesehen). Der Schutzeintritt liegt etwa eine Woche nach der
dritten Gabe. Die Schutzdauer ist unklar und wird mit einem bis fünf Jahren angegeben. Auch die
Schutzrate wird sehr unterschiedlich beurteilt. Zudem kommt es zu Interaktionen mit verschiedenen
Malariamedikamenten und mit Antibiotika [47].
In einer Studie aus Chile, Area Occidente, mit den hierzulande erhältlichen magensaftresistenten
Kapseln wurde – bei allerdings sehr niedriger Typhusinzidenz – eine Schutzrate von
67 % gefunden; in anderen Studien mit höherer Inzidenz allerdings nur Schutzraten von
33 % (Chile, Area Sur Oriente) bzw. 42 % (Sumatra) [43].
Parenteraler Vi-Polysaccharidimpfstoff
Ein i.m. (evtl. auch s.c.) applizierbarer, nicht konjugierter Polysaccharidimpfstoff (Vi-PS)
ist ebenfalls erhältlich. Es handelt sich um eine einmalige Impfung, die drei Jahre Schutz gewähren
soll, wobei die Schutzrate mit 60 bis 70 % angegeben wird. Hier gibt es allerdings keine
Daten für Reisende. Die einzige Studie, die sich auf einen Zeitraum von 36 Monaten bezieht, zeigte eine
Schutzrate von lediglich 55 % [48].
In einem Challenge-Modell verglich eine rezente Studie den zugelassenen, unkonjugierten Polysaccharidimpfstoff
(Vi-PS) mit einem noch nicht zugelassenen konjugierten Kandidaten-Impfstoff (Vi-TT) bei
ungeimpften Probanden. Die Wirksamkeit lag bei 54,6 % für Vi-TT und bei
52,0 % für Vi-PS [49].
4.3 Kontraindikationen und Nebenwirkungen
Der orale Lebendimpfstoff ist bei immunsupprimierten Personen laut Fachinformation kontraindiziert.
Es lässt sich jedoch argumentieren, dass der in der Impfung verwendete Stamm Salmonella typhi 21a
aufgrund eines induzierten Enzymdefekts keine Galaktose verstoffwechseln und deshalb auch nicht invasiv
werden kann. Allerdings wäre die Wirkung der Impfung bei Immunsupprimierten wohl noch schlechter als
bei Immunkompetenten.
Folgende Nebenwirkungen werden für den oralen Impfstoff angegeben: gastrointestinale Störungen,
Fieber, Kopfschmerzen, Hautveränderungen, Allergien und Schwindel. Der Polysaccharidimpfstoff
kann folgende Nebenwirkungen haben: lokale Reaktionen, Fieber, Anaphylaxie, gastrointestinale
Störungen, Müdigkeit und vasovagale Synkopen.
4.4 Impfstrategie
Für die Impfempfehlung und die Durchführung (oder Nicht-Durchführung) einer Typhusimpfung
gelten folgende drei Überlegungen:
- Die Typhusinzidenz ist bei Reisenden rückläufig und insgesamt sehr gering. In den
D-A-CH-Ländern hat es seit Jahren keinen Todesfall mehr gegeben.
- Die Wirksamkeit der derzeit verfügbaren Impfstoffe ist für Reisende nicht gut evaluiert. Sie
zeigen insgesamt jedoch eine sehr bescheidene Effektivität (die allerdings auch nicht geringer ist
als z. B. jene der Influenzaimpfung).
- Typhus ist behandelbar, was allerdings durch vorhandene Antibiotikaresistenzen erschwert wird. Die
Auswahl des geeigneten Antibiotikums muss sich nach der lokalen Resistenzsituation richten
[50].
Das Für und Wider der Typhusimpfung lässt sich anhand unterschiedlicher Kriterien darstellen.
Kriterium Impfstoff:
- Für die Impfung spricht zunächst die gute Verträglichkeit, der geringe Preis, die hohe
Akzeptanz durch Reisende, die Tatsache, dass es sich um eine schwere, hospitalisierungspflichtige
Erkrankung handelt, und die Probleme mit der Antibiotikaresistenz.
- Dagegen spricht die insgesamt mäßige Wirksamkeit, der mangelhafte Effektivitätsnachweis
bei Reisenden, das Fehlen einer klar definierten Schutzdauer, die Tatsache, dass es sich um eine
behandelbare Erkrankung handelt, und der eher geringe Impfbenefit [51].
Kriterium Reiseziel:
- Empfehlung zur Impfung ergeben sich aus Inzidenzraten von Typhuserkrankungen bei Reisenden
nach Indien und ostwärts bis einschließlich Papua-Neuguinea, weiters in die
ressourcenärmsten Länder Afrikas, und generell eher dann, wenn ländliche Regionen
besucht werden.
- Keine Notwendigkeit der Impfung ergibt sich beim Besuch touristisch gut erschlossener Destinationen, wie
z. B. Städtereisen.
Kriterium Reisende:
- Geimpft werden sollten Expats, Personen mit Langzeitaufenthalten im Endemiegebiet, Personen,
die unter schlechten hygienischen Bedingungen reisen, „Visiting Friends and Relatives“ sowie
Personen unter Protonenpumpenhemmern bzw. mit Achlorhydrie.
- Nicht geimpft werden sollten Touristen (z. B. Badeaufenthalte, geführte
Rundreisen, Städtetourismus) und Geschäftsreisende.
4.5 Empfehlungen
- Insgesamt sollte die Indikation für die Typhusimpfung präziser gestellt werden.
- Eine Impfung ist vorwiegend für den südasiatischen und teilweise für den
südostasiatischen Raum absolut vertretbar.
- Die Impfindikation für andere Reiseziele hängt von der Art der Reise und der lokalen
Epidemiologie ab.
- Lokale Ausbrüche sollten für die Indikation stärker gewichtet werden (siehe
[52]).
- Die eingeschränkte Wirksamkeit der Typhusimpfung muss den Impflingen gegenüber erwähnt
werden.
- Lebensmittel-, Wasser- und Händehygiene haben einen bedeutenden Stellenwert in der
Prävention des Typhus.
- Konjugatvakzinen werden erst in einigen Jahren in der EU zur Verfügung stehen.
5. Meningokokken
5.1 Epidemiologie
Die fünf humanpathogenen Meningokokken-Serogruppen zeigen sehr unterschiedliche Verbreitungsmuster. In
den Industrieländern (inkl. Lateinamerika) herrschen die Serogruppen B und C vor, während
im sogenannten afrikanischen Meningitisgürtel vor allem die Serogruppen C, W und X eine Rolle
spielen. Die Serogruppe A, die vormals in Afrika vorherrschend war, ist aufgrund von Impfkampagnen
deutlich zurückgegangen.
Abbildung 5 zeigt den afrikanischen Meningitisgürtel, der sich von Senegal,
Gambia und Guinea-Bissau im Westen des Kontinents bis nach Äthiopien im Osten zieht. Diese Länder haben
ein hohes endemisches Risiko, während Länder nördlich und südlich des Gürtels
(erweiterter Meningitisgürtel) ebenfalls ein erhöhtes, aber nicht ganz so hohes Risiko aufweisen.
Die Länder des Meningitisgürtels zeigen weltweit die höchste Inzidenz an invasiven
Meningokokkenerkrankungen. In den Trockenzeiten (Dezember bis Juni) treten dort periodisch, alle
fünf bis zwölf Jahre, große Epidemien mit bis zu 1.000 Fällen / 100.000
Einwohner auf, die alle Altersgruppen betreffen. Außerhalb von Epidemien sind vor allem kleine Kinder
betroffen.
Hochrisikogebiete können aber auch der Nahe Osten / Arabische Halbinsel, Nordafrika und
Ostafrika sein.
Bei Reisen in den Meningitisgürtel sollte die konjugierte, quadrivalente Impfung gegen die Serogruppen
A, C, W135 und Y verabreicht werden. Zu beachten ist jedoch auch, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der
im Meningitisgürtel auftretenden Meningitiden nicht durch Meningokokken, sondern durch Pneumokokken
verursacht wird [53].
Daher ist eine Pneumokokkenimpfung auf jeden Fall für Kinder und ältere Menschen zu erwägen.
Weiters lässt sich argumentieren, dass bei relativer Zunahme von Pneumokokken als Meningitiserreger
auch Personen außerhalb der genannten Risikogruppen gegen Pneumokokken geimpft werden
[53].
Hadj: Die sogenannte Hadj (Pilgerfahrt von Muslimen nach Mekka,
Saudi-Arabien) findet jährlich statt und ist mit ca. zwei Millionen Pilgern die größte
Menschenansammlung der Welt. Es kann dabei zu großen Ausbrüchen an Meningokokkeninfektionen
kommen, die ca. zur Hälfte die lokale Bevölkerung (v. a. Kinder), zur
anderen Hälfte Pilger betreffen, durch deren Heimkehr dann eine weltweite Ausbreitung möglich ist. Bei
den Ausbrüchen 2000 / 2001 kam es zu einem Wechsel des Haupterregers von Serogruppe A
zu einem hypervirulenten Stamm aus Serogruppe W. Saudi-Arabien schreibt für die Einreise eine
konjugierte quadrivalente Impfung vor, die mindestens zehn Tage, höchstens fünf Jahre alt sein darf.
Andere Länder: Bei Reisen in Länder abseits des
Meningitisgürtels und der Hadj ist eine Meningitisimpfung in der Regel nur dann empfohlen, wenn in
diesen Ländern Ausbrüche vorliegen oder besondere Risikofaktoren bestehen. Kinder und Jugendliche
sollten nach den Empfehlungen des Österreichischen Impfplans geimpft sein, wobei auch die Empfehlungen des
Reiselands zu beachten sind. Was die Wirksamkeit der Impfung betrifft, liegen Daten bis zu fünf Jahren vor
– deshalb sollten bei entsprechendem Expositionsrisiko Boosterungen alle fünf Jahre
durchgeführt werden.
Tabelle 2 zeigt weitere Faktoren, die das Risiko für Meningokokkenerkrankungen
beeinflussen.
Massenveranstaltungen: Bestimmte Massenveranstaltungen (mit
per definitionem mehr als 1.000 Teilnehmern) wie z. B. Sportereignisse oder
Tanzfeste können eventuell das Risiko für kleinere Meningokokkenausbrüche mit sich bringen
[54]. Hier sind Meningokokkenimpfungen (A, C, W135, Y und B) vor allem auch für
jugendliche Teilnehmer zu erwägen.
Reiseunabhängige Impfempfehlung:
Colleges und Universitäten: Nach den Ländern des
Meningitisgürtels und der Hadj ist die dritthäufigste Ursache von Meningokokkeninfektionen
weltweit bereits der Aufenthalt in Schlafsälen von Gemeinschaftseinrichtungen
(v. a. Colleges und Universitäten in den USA). Betroffen sind vor allem Erstsemestrige
(„freshmen“). Früher war der Erreger typischerweise Serogruppe C, nach
Einführung der quadrivalenten Impfung kam es in den letzten Jahren zu Ausbrüchen durch
Serogruppe B, sodass in manchen Institutionen bereits die Impfung gegen Serogruppe B
verpflichtend ist [55].
Risikogruppe Homosexuelle / MSM: Die nasopharyngeale
Besiedelung mit Meningokokken ist bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), häufiger als bei
heterosexuellen Männern. Auch urethrale und rektale Kolonisationen wurden beobachtet.
Meningokokkenausbrüche (Serogruppe C) unter MSM wurden seit 2001 aus nordamerikanischen
Städten gemeldet. In Folge führten dort viele Großstädte kostenlose Impfaktionen für diese
Risikogruppe, auch für Nichtversicherte, ein.
Auch in Europa gab es 2013 derartige Ausbrüche in MSM-Communities, etwa in Paris, in Belgien oder in Berlin.
Aus den Niederlanden und Großbritannien wurden keine solchen Ausbrüche berichtet, was möglicherweise
mit den guten Durchimpfungsraten zusammenhängt.
Die quadrivalente Impfung, aber auch die Impfung gegen Serogruppe B ist für MSM mit
Risikoverhalten zu empfehlen. Aufgrund der hohen genetischen Homologie zwischen
Neisseria meningitidis und N. gonorrhoeae könnte es durch Impfung gegen
Gruppe-B-Meningokokken (4CmenB – Bexsero®) auch zu reduzierten Raten an Gonorrhoe kommen
[56].
Risikogruppe Immunsupprimierte / HIV: HIV-positive Personen
haben ein um den Faktor 5 –13 erhöhtes Risiko für Meningokokkenerkrankungen.
In den USA gibt es daher seit 2016 die Empfehlung, alle HIV-positiven Menschen mit dem quadrivalenten Impfstoff
(A, C, W135, Y) zu impfen [57]. Europäische Fachgesellschaften haben
diese Empfehlung bisher noch nicht übernommen. HIV-positiven Reisenden sollte die Impfung jedoch angeboten
werden, vor allem wenn zusätzliche Risikofaktoren (riskantes Sexualverhalten, Besuch von
Massenveranstaltungen, Nikotinabusus etc.) vorliegen.
HIV-positiven Reisenden sollte die Impfung (bevorzugt gegen A / C / W135 / Y
und B) jedoch angeboten werden.
5.2 Impfstoffe
Es gibt neben den monovalenten Impfstoffen gegen die Serogruppen C (und A, dies aber nicht in
Europa) seit einigen Jahren tetravalente Impfstoffe gegen die Serogruppen A, C, W135 und Y
(Nimenrix®, Menveo®). Es handelt sich dabei um Totimpfstoffe, die an ein
Trägerprotein gekoppelte Kapselpolysaccharide der Erreger enthalten.
Weiters gibt es nun auch Impfstoffe gegen Meningokokken Serogruppe B (Bexsero®,
Trumenba®), bei denen es sich (im Unterschied zu den gegen die anderen Serogruppen gerichteten
Polysaccharidimpfstoffen) um Proteinimpfstoffe handelt.
5.3 Kontraindikationen und Nebenwirkungen
Kontraindikationen sind nicht beschrieben.
Impfstoffe gegen Serogruppen A, C, W135, Y: Lokale
Reaktionen, Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Magen / Darm,
Haut, Fieber, Müdigkeit, psychogene Reaktionen.
Impfstoffe gegen Serogruppe B: lokale Reaktionen, Kopfschmerzen,
Müdigkeit, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Schüttelfrost, Fieber, Essstörungen,
ungewöhnliches Schreien, Krämpfe, Diarrhö, Erbrechen, Hautausschläge und psychogene
Reaktionen.
5.4 Impfstrategie
Die tetravalenten Impfstoffe gegen die Serogruppen A, C, W135 und Y werden bei Kindern ab zwei Jahren
(bei Nimenrix® laut Fachinformation ab der 6. Lebenswoche), Jugendlichen und
Erwachsenen als Einzeldosis i.m. verabreicht.
Bexsero® wird (außer bei Kindern unter fünf Monaten) als zwei Einzeldosen im
Abstand von mindestens einem Monat gegeben, eine Auffrischung ist derzeit nicht vorgesehen.
Für Trumenba® existieren zurzeit zwei Schemata (zugelassen ab 10 Jahren): entweder zwei
Dosen im Abstand von sechs Monaten oder drei Dosen (zwei im Abstand von einem Monat und eine dritte Dosis vier
Monate später). Nach beiden Schemata sollte bei bestehendem Risiko einer invasiven Meningokokkenerkrankung
eine Auffrischungsimpfung in Betracht gezogen werden. Bexsero® und Trumenba®
sind nicht austauschbar verwendbar.
5.5 Empfehlungen
- Alle Kinder und Jugendlichen sollten gemäß dem Österreichischen Impfplan gegen
Meningokokken geimpft werden.
- Als Reiseimpfung ist die Meningokokkenimpfung (gegen
A / C / W135 / Y und B) für Reisende in
Hochrisikogebiete wie z. B. Saudi-Arabien (Hadj – hier ist die
Impfung verpflichtend), den afrikanischen Meningitisgürtel und in Länder mit aktuellen
Ausbrüchen zu empfehlen. (In diesem Kontext sollte auch an Jugendliche und junge Erwachsene gedacht
werden, die für eine gewisse Zeit im Kontext von Hilfs- und Sozialprojekten nach Afrika reisen.)
- Weiters sind Impfungen gegen Meningokokken (A / C / W135 / Y
und B) zu erwägen:
- In Gebieten mit mittlerem Risiko bei Gegebenheiten, die mit einer Risikoerhöhung
einhergehen. Dazu gehören: langer Aufenthalt, viel Kontakt mit lokaler Bevölkerung,
Kontakt mit großen Menschenansammlungen.
- In Gebieten mit allgemein niedrigem Risiko falls
- Umstände mit höherer Infektionswahrscheinlichkeit bestehen. Dazu
gehören Jugendliche an Universitäten oder in Studentenheimen, besonders
im angloamerikanischen Raum, Massenveranstaltungen und sexuelles
Risikoverhalten (MSM).
- Bei Personen, bei denen individuell eine erhöhte Anfälligkeit besteht durch
angeborene oder erworbene Erkrankungen wie z. B. Asplenie, gewisse
Immundefekte, HIV-Infektion, chronische Erkrankungen, die mit Immunsuppression
einhergehen, und Nikotinabusus.
Interessenkonflikte
Alle Autoren haben unentgeltlich an diesem Projekt mitgearbeitet.
- Ursula Wiedermann: In den letzten fünf Jahren: Wissenschaftliche Kooperationsprojekte
(an der MedUniWien, PhaseIII / IV-Studien) mit Pfizer, Novartis / GSK,
Themis, Imugene. Scientific Officer / Scientific Advisory Board von Imugene (Biotech
Australia).
- Herwig Kollaritsch: In den letzten fünf Jahren – Vorträge zu Impfthemen ohne
Produktbezug – finanziert von Sanofi Pasteur, MSD, Pfizer.
- Andrea Grisold: In den letzten fünf Jahren – keine.
- Christoph Hatz: In den letzten fünf Jahren: von der Firma Novartis / später
GSK sowie Takeda finanzierte Vakzine-Studien. Vorträge zu reisemedizinischen
Themen ohne Produktbezug, finanziert von Spirig, Bayer, Sanofi Pasteur MSD, und GSK.
Keine Übernahme der Kosten für Kongressreisen und Tagungsgebühren
von wissenschaftlichen Veranstaltungen.
- Ursula Hollenstein: In den letzten fünf Jahren Vorträge und schriftliche Beiträge
zu Impfthemen und Reisemedizin ohne Produktbezug, finanziert von Eli Lilly,
Valneva, Fresenius Kabi.
- Heidemarie Holzmann: In den letzten fünf Jahren – Vorträge, die Impfthemen
inkludierten, organisiert von Roche und DiaSorin.
- Maria Kitchen: In den letzten fünf Jahren – keine.
- Ingomar Mutz: Honorar für Vorträge zu Impfthemen (Baxter, Novartis,
Sanofi Pasteur MSD, Wyeth / Pfizer und GSK); Honorar für
Beratungstätigkeit als Mitglied von Data Safety Monitoring Committees (Baxalta,
CureVac, Pfizer).
- Florian Thalhammer: In den letzten fünf Jahren – keine.
- Angelika Wagner: In den letzten fünf Jahren – keine.
- Günter Weiss: In den letzten fünf Jahren – keine.
- Christoph Wenisch: In den letzten fünf Jahren – keine.
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published online:
31 January 2019
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